Erster Erfahrungsaustausch Landesnetzwerk Erneuerbare Energien

Am Samstag, den 28.11.2009 fand der erste Erfahrungsaustausch "Landesnetzwerk Erneuerbare Energien" im SEZ Stuttgart statt. Bereits im Mai 2009 haben Solarvereine, Energie-Initiativen, Agnenda-Arbeitskreise, der BUND-Landesverband und das Agenda-Büro der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) das " LANDESNETZWERK Erneuerbare Energien - LEE" gegründet. Vernetzung der landesweiten Initiativen, eine gemeinsame Homepage und gemeinsame Veranstaltungen stellen den Rahmen dar. Der Terminkalender auf der Homepage wird alle landesweiten Aktionen zeigen.

Gerd Ölsner vom LUBW begrüßte die ca. 80 Teilnehmer. Alle Vorträge sind in den nächsten zwei Wochen unter der Homepage des Agendabüros abrufbar.

Entwicklungen bei den Erneuerbaren Energien

Neue Entwicklungen bei den Erneuerbaren Energien war das Thema des spannenden Vortrags von Prof. Dr. Frithjof Staiss vom ZSW Baden Württemberg (Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung). In Fachkreisen schon längst ein Begriff, sprach er von der rasanten Entwicklung beim "Peak Oil", in dem das Szenario düsterer aussieht als bisher im schlechtesten Fall angenommen.

Auch die neue Studie vom IEA (Internationale Energie Agentur) in Paris spricht deutliche Worte. Dennoch ist Optimismus ist vorhanden, aufgrund des schnellen Wachstums des PV-Markts, ist innerhalb der nächsten 10 Jahren von einer Halbierung der Kosten für die PV zu rechnen. Dies wiederum wird neue Märkte erschließen und in Kombination mit solarthermischen Anlagen wird hier ein neues Energiebewusstsein geschaffen. Gute Beispiele sind das "Andasol" in Spanien mit einer Leistung von 50MW und die Alpha -Ventus-offshore-Anlagen in der Nordsee. Aber auch hier sind Probleme zu bewältigen, denn Energie erzeugen ist das eine Gleis und der Transport der Energie das andere. Und der Zug kann erst fahren, wenn beide Gleise fertig sind.

Abschließend sprach Prof. Dr. Staiss vom Pilot-Heizkraftwerk in Geislingen, bei dem die Technik aus dem Labor erstmals im industriellen Maßstab umgesetzt wird. Die Anlage verwendet Holz und Biomassereststoffe als Grundstoff zur Energiegewinnung.

Dr. Rüdiger Beising vom Energiekreis Lokale Agenda 21 von Leonberg stellte das Projekt Solarregion Ditzingen - Gerlingen - Leonberg vor. Es handelt sich um einen Zusammenschluss der Sonnenregion, die eng mit Akteuren der aus Presse und Handwerkern, Energieberatern zusammenarbeit.

Bernd Schott von der Kampagne "Tübingen macht blau" erzählte sehr humorvoll, wie dem Oberbürgermeister Boris Palmer von Tübingen der Dienstmercedes vorerst in einen Smart, dann in ein Projekt Teilauto und zum Schluss in ein Elektrofahrrad umgewandelt worden ist.

Nach dem Mittagessen sprach Ulfried Miller vom BUND Ravensburg über die erfreuliche Teilnahme von 25 Gemeinden rund um Ravensburg am European Energy Award. Als Gründer vom Bund-Biogas-Regionalstrom ist er ein Vorreiter in Sachen echter grüner Strom. Hierzu sind weitere Beispiele zu nennen, wie der JOOS- Holzvergaser, der beim Bioenergiedorf Heggelhof am Bodensee eingesetzt wird.

Sehr kompetent sprach Herr Dieter Nemec über die Tücken der Bürger-Energiegenossenschaft eG und ihre Besonderheit, aber auch über die Chancen, die gegenüber einer Rechtsform der GBR bestehen. Herr Fink von der Region Neckar Alb stellte sein Energieszenario 2030 für die Region Neckar-Alb vor. Mit einer regen abschließenden Diskussion endete die sehr gut gelungene Veranstaltung.